U2-Untersuchung: 3. bis 10. Lebenstag

Um sicherzugehen, dass es deinem Baby gut geht, folgt schon bald nach nach der Geburt die nächste Vorsorgeuntersuchung, die U2. Der richtige Zeitraum dafür ist zwischen dem 3. und dem 10. Lebenstag. Falls du im Krankenhaus entbunden hast, findet die U2 meistens noch dort statt. Hattest du eine ambulante GeburtAmbulante Geburt Als ambulante Geburt bezeichnet man eine Geburt in einem Krankenhaus oder Geburtshaus, nach der die Mutter mit dem Baby schon nach vier bis sechs Stunden wieder nach Hause geht. Dies ist möglich bei einer Geburt ohne Komplikationen und wenn die Betreuung der Mutter und des Kindes zu Hause sichergestellt werden kann., eine HausgeburtHausgeburt Eine Hausgeburt ist eine Geburt in einer Privatwohnung. Sie ist eine Alternative zu der Geburt in einem Krankenhaus oder Geburtshaus. Bei einer Hausgeburt wird die Mutter in der Regel von einer Hebamme in der eigenen Wohnung betreut. Diese Art der Geburt eignet sich nicht für Risikoschwangerschaften. oder eine Geburt in einem GeburtshausGeburtshaus Ein Geburtshaus ist ein Geburtsort, der von Hebammen geleitet wird. Schwangere werden dort ausschließlich von Hebammen betreut. Ärzt:innen sind bei der Geburt in den meisten Fällen nicht anwesend. Eine Entbindung im Geburtshaus wird nur Frauen mit einer unkomplizierten Schwangerschaft empfohlen. Viele Geburtshäuser liegen in der Nähe von Krankenhäusern, so dass Mutter und Kind in Notfällen dorthin verlegt werden können., musst du dich selbst um einen Termin für die 2. Vorsorgeuntersuchung bei ein:er Kinderärzt:in kümmern. Weil die Arztpraxen oft voll sind, solltest du am besten bald nach der Geburt dort anrufen und einen Termin vereinbaren. Bei der U2 wird dein Kind erneut gründlich von Kopf bis Fuß untersucht. Ziel ist, mögliche Fehlbildungen oder angeborene Erkrankungen rechtzeitig erkennen und behandeln zu können. Außerdem berät dich dein:e Kinderärzt:in, wie du dein Kind am besten stillst und ernährst.

Was wird untersucht?

Dein:e Kinderärzt:in hört die Herztöne, die Lunge und den Darm ab. Auch die Größe, das Gewicht und der Kopfumfang deines Kindes werden gemessen. Außerdem prüft dein:e Kinderärzt:in die Hautfarbe, um eine mögliche Gelbsucht zu erkennen. Auch die Augen und Ohren des Babys, die äußeren Geschlechtsorgane, Muskeln und Nerven werden untersucht. Zusätzlich werden wichtige Tests auf kritische angeborene Herzfehler, auf die Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose und ein Neugeborenen-Hörtest gemacht. Falls diese Untersuchungen nicht sowieso schon in den ersten Tagen nach der Geburt gemacht wurden, sollten sie bei der U2 durchgeführt werden. Zur U2 gehört auch das sogenannte erweiterte NeugeborenenscreeningNeugeborenenscreening Das Neugeborenenscreening ist eine Untersuchung von Neugeborenen, die zwischen der 36. und 72. Lebensstunde durchgeführt wird. Bei dieser Untersuchung wird das Blut des Neugeborenen auf bestimmte Stoffwechsel- und Hormonerkrankungen hin getestet. Das Ziel des Neugeborenenscreenings ist es, angeborene Erkrankungen bereits vor der Ausbildung von Symptomen zu erkennen und zu behandeln.. Dabei wird das Blut deines Kindes auf verschiedene Hormon- und Stoffwechselkrankheiten untersucht. Diese Untersuchung ist freiwillig. Sie wird nur gemacht, wenn du zustimmst.

Was passiert beim Neugeborenenscreening?

Das Neugeborenenscreening dient dazu, angeborene Stoffwechselkrankheiten frühzeitig zu erkennen. Dazu nimmt dein:e Kinderärzt:in deinem Kind ein wenig Blut ab. Falls du Angst hast, dass man deinem Baby dabei wehtut, kannst du beruhigt sein. Es bekommt nur einen kurzen Stich, in der Regel in die Ferse, und es werden nur einige Tropfen Blut entnommen. Anschließend wird das Blut im Labor auf mehrere Krankheiten getestet. Zum Beispiel auf Schilddrüsenunterfunktion, auf eine Vitaminstoffwechselstörung namens BiotinidasemangelBiotinidasemangel Biotinidasemangel ist eine seltene, vererbbare Stoffwechselerkrankung. Bei dieser Erkrankung kann der Körper das Vitamin Biotin nicht richtig verarbeiten. Neugeborene werden im Rahmen des Neugeborenenscreenings auf diese Krankheit getestet. Sie ist mit der Gabe von Biotin gut behandelbar, kann unbehandelt jedoch schwerwiegende Verläufe nehmen. sowie auf Störungen der Fettsäureverwertung wie LCHAD-MangelLCHAD-Mangel LCHAD-Mangel steht für Long-Chain-3-Hydroxyacyl-Coenzym-A-Dehydrogenase-Mangel. Dieser LCHAD-Mangel ist eine seltene, vererbliche Stoffwechselkrankheit. Sie kann eine Unterzuckerung, Herzrhythmusstörungen und Organversagen auslösen. Im Rahmen der Neugeborenenuntersuchung am dritten Lebenstag wird das Neugeborene auf diese und weitere Stoffwechselkrankheiten untersucht., MCAD-MangelMCAD-Mangel MCAD-Mangel steht für Medium-Chain-Acyl-CoA-Dehydrogenase-Mangel. Dieser MCAD-Mangel ist eine seltene, vererbliche Stoffwechselkrankheit. Sie kann eine Unterzuckerung, Krampfanfälle und ein Koma auslösen. Im Rahmen der Neugeborenenuntersuchung am dritten Lebenstag wird das Neugeborene auf diese und weitere Stoffwechselkrankheiten untersucht. und CarnitinstoffwechseldefekteCarnitinstoffwechseldefekte Carnitinstoffwechseldefekte sind sehr seltene Stoffwechselerkrankungen. Bei dieser Erkrankung kann der Körper nicht genügend Carnitin produzieren. Neugeborene werden bei der zweiten Neugeborenenuntersuchung auf diese Krankheit getestet. Diese Krankheit ist durch die Gabe von Carnitin oder durch eine bestimmte Diät behandelbar. Unbehandelt kann sie aber schwerwiegende Verläufe nehmen.. Die getesteten Erkrankungen kommen zum Glück relativ selten vor. Doch wenn sie vorliegen, können sie für ein Kind schwerwiegende oder sogar lebensbedrohliche Folgen haben. Das Gute ist, dass sie sich recht einfach behandeln lassen, wenn man sie früh erkennt.

Vitamine und Fluorid

Schon bei der U1-Vorsorgeuntersuchung hat dein Kind zum Schutz vor Hirnblutungen vorsorglich Vitamin K bekommen. Bei der U2 erhält es erneut Vitamin K. Außerdem wird dich dein:e Kinderärzt:in bei der U2 darauf ansprechen, dass dein Kind zusätzlich Vitamin D und Fluorid bekommen sollte.

Warum soll mein Kind Vitamin D einnehmen?

Vitamin D ist wichtig für die Knochenbildung. Bei Erwachsenen produziert der Körper einen Großteil des Bedarfs an Vitamin D selbst. Die Voraussetzung dafür ist, dass er über die Haut genug Sonnenstrahlung bekommt. Babys aber sollen in den ersten ein bis zwei Jahren nicht zu viel Sonne abbekommen und die Muttermilch enthält meist zu wenig Vitamin D. Deshalb besteht die Gefahr, dass eine RachitisRachitis Rachitis ist eine Knochenkrankheit an der Kinder erkranken können, wenn die Mutter während der Schwangerschaft oder der Stillzeit zu wenig Vitamin D zu sich nimmt. Es ist deshalb wichtig, während dieser Zeit Lebensmittel mit einem hohen Vitamin-D-Gehalt zu essen. Dazu gehören fetter Seefisch, Speisepilze, Eier, Butter und Milch. entsteht. Bei dieser Krankheit verformt sich das Skelett, weil die Knochensubstanz zu weich ist. Um das zu verhindern, raten Kinderärzt:innen dazu, dass Kinder ab der zweiten Lebenswoche täglich eine Vitamin-D-Tablette bekommen.

Wofür braucht mein Kind Fluorid?

Fluorid ist ein Spurenelement, das den Zahnschmelz schützt. Es macht also die äußere Schicht des Zahnes widerstandsfähiger gegen die Säuren von Kariesbakterien. Ärzt:innen empfehlen deshalb, Babys zur Vorbeugung schon vor Durchbruch der ersten Zähne Fluorid zu geben. Häufig wird das Fluorid in Kombination mit Vitamin D verabreicht.

Untersuchung des Hüftgelenks

Falls in deiner Familie häufig bestimmte Hüftprobleme auftreten, kann dein:e Ärzt:in schon bei der U2 eine Ultraschall-Untersuchung der Hüftgelenke deines Babys durchführen. Das ist wichtig, um mögliche Fehlstellungen rechtzeitig zu erkennen. Dann lassen sich diese in der Regel leicht behandeln. Das erspart deinem Kind später schwerwiegende, lebenslange Beschwerden. Ohne Hinweise auf eine erbliche Veranlagung zu Hüftproblemen findet die Ultraschall-Untersuchung der Hüftgelenke erst bei der U3 statt.