Mutterpass Seiten 10 - 12 und 14: Ultraschalluntersuchungen

Dein:e Ärzt:in führt im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen drei Ultraschalluntersuchungen durch. Die Termine liegen zwischen der 9. und der 12. Schwangerschaftswoche, der 19. und der 22. Schwangerschaftswoche und zwischen der 29. und der 32. Schwangerschaftswoche. Bei einer Ultraschalluntersuchung, die man auch SonografieSonografie Sonografie ist der medizinische Fachbegriff für eine Ultraschalluntersuchung. Bei einer Ultraschalluntersuchung wird die bildliche Darstellung von Körperteilen, Gewebe und Organen möglich. Bei Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen ermöglicht Ultraschall eine bildliche Darstellung des ungeborenen Kindes. Anhand dieser Untersuchung können beispielsweise Fehlbildungen oder Fehlentwicklungen des Kindes erkannt werden. nennt, siehst du das Baby über einen Bildschirm. Dieses Erlebnis kann beglückend sein und die Bindung zwischen dir und dem Kind stärken. Die Untersuchungen sind aus medizinischer Sicht wichtig. Dein:e Ärzt:in sieht genau, wie sich dein Kind entwickelt, und kann handeln, falls etwas nicht stimmt.

Was passiert bei der Ultraschalluntersuchung?

Die Sonografie ist schmerzfrei und für dich und dein Baby ungefährlich. Für die Untersuchung wird ein spezielles Gel auf deine Bauchdecke aufgetragen und dann eine Ultraschallsonde, ein sogenannter Schallkopf, darüber geführt. Dieser Schallkopf sendet einen Ton, der so hoch ist, dass du ihn nicht hören kannst. Aus dem Zeitabstand zwischen dem Ton und seinem Echo kann der Computer dann ein Bild errechnen. Du kannst jetzt das Baby in deinem Bauch zum ersten Mal sehen. Eine Ultraschalluntersuchung über der Bauchdecke nennt man in der Fachsprache Abdominal-SonografieAbdominal-Sonografie Die Abdominal-Sonografie ist eine Ultraschalluntersuchung. In der Schwangerschaft wird sie durchgeführt, um die Gebärmutter und die Entwicklung des ungeborenen Babys zu untersuchen. Der Ultraschall ermöglicht es, ein Bild der inneren Organen zu bekommen.. Eine Ultraschalluntersuchung, bei der der Schallkopf in die Scheide eingeführt wird, ist eine Vaginal-SonografieVaginalsonografie Vaginalsonografie ist der medizinische Fachbegriff für eine Ultraschalluntersuchung von der Vagina aus. Bei einer Ultraschalluntersuchung wird die bildliche Darstellung von Körperteilen, Gewebe und Organen möglich. Bei einer Vaginalsonografie wird ein längliches Ultraschallgerät durch die Vagina in den Unterleib eingeführt. Auf diese Weise können Ärzt:innen unter anderem die Harnröhre, die Eierstöcke, die Eileiter und die Gebärmutter untersuchen. Dabei handelt es sich um eine Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung bestimmter Erkrankungen, bei der auch eine unentdeckte Schwangerschaft festgestellt werden kann.. Diese Methode wird vor allem in der frühen Phase einer Schwangerschaft angewandt. Sie liefert genauere Bilder des EmbryosEmbryo Ein Embryo ist ein befruchtetes Ei, dass bereits eine Fruchtblase ausgebildet hat. Das ist etwa zehn bis zwölf Tage nach der Befruchtung der Eizelle der Fall. Wenn sich ungefähr ab der zehnten Schwangerschaftswoche Organe ausgebildet haben, spricht man auch von einem Fötus., der in dieser Zeit noch sehr klein ist.

Die erste Ultraschalluntersuchung in der 9. bis 12. Schwangerschaftswoche (8+0 bis 11+6)

Bei der ersten Ultraschalluntersuchung bestätigt dein:e Ärzt:in die Schwangerschaft. Der Herzschlag und die Körperform des Embryos sind bereits zu erkennen. Mithilfe des Ultraschallgeräts kann auch die Länge des Embryos ermittelt werden. Gemessen wird dabei der Abstand zwischen Steißbein und Scheitel des Babys. Dein:e Ärzt:in kann so das tatsächliche Alter des Embryos gut einschätzen. Möglicherweise muss der Geburtstermin, der schon in deinem Mutterpass steht, korrigiert werden. Bei der ersten Ultraschalluntersuchung kann auch festgestellt werden, ob nur ein einziges Kind unterwegs ist oder ob du Zwillinge oder weitere Mehrlinge erwartest.

Die zweite Ultraschalluntersuchung in der 19. bis 22. Schwangerschaftswoche (18+0 bis 21+6)

Bei diesem Termin hast du die Wahl zwischen einer Basis-Ultraschalluntersuchung und einer erweiterten Basis-Ultraschalluntersuchung. Die Krankenversicherung übernimmt in beiden Fällen die Kosten. Bei einer Basis-Ultraschalluntersuchung misst dein:e Ärzt:in die Größe des Kopfes des Babys, den Umfang seines Bauches und die Länge seines Oberschenkelknochens. Außerdem werden die Fruchtwassermenge, die Lage und Struktur der Plazenta und der Herzschlag des Kindes überprüft. Bei der erweiterten Basis-Ultraschalluntersuchung werden noch weitere Messungen durchgeführt. Sie betreffen zum Beispiel das Kleinhirn, die Hirnkammern und die Herzkammern des Kindes. Bei dieser Untersuchung wird auch festgestellt, ob die Bauchwand und die Wirbelsäule des Babys geschlossen sind. Diese Untersuchung wird auch Organultraschall, Feinultraschall oder Fehlbildungsultraschall genannt. Dein:e Ärzt:in muss dich vor diesem erweiterten Ultraschall schriftlich aufklären. Das heißt, du bekommst eine Beschreibung darüber, wie die Untersuchung abläuft und wo die Grenzen bei der Aussagekraft des erweiterten Basis-Ultraschalls liegen. Wenn du etwas nicht verstehst oder grundsätzlich Fragen hast, sprich sie direkt an. Im Anschluss wird dich dein:e Ärzt:in fragen, ob du einen Basisultraschall oder die erweiterte Variante möchtest.

Die dritte Ultraschalluntersuchung in der 29. bis 32. Schwangerschaftswoche (28+0 bis 31+6)

Bis zur Entbindung dauert es nur noch zwei Monate. Ärzt:innen überprüfen deshalb nicht nur, ob sich das Baby altersgemäß entwickelt. Mithilfe des Ultraschalls stellen sie auch fest, in welcher Position sich das Baby befindet. Das ist wichtig, damit mögliche Geburtsrisiken rechtzeitig berücksichtigt werden können. Bei dieser Untersuchung wird erneut kontrolliert, wie viel Fruchtwasser vorhanden ist und in welchem Zustand die PlazentaPlazenta Plazenta ist der medizinische Fachbegriff für den Mutterkuchen. Der Mutterkuchen versorgt über die Nabelschnur während der Schwangerschaft das ungeborene Kind mit Sauerstoff, Nährstoffen und Antikörpern. Die Plazenta hält einen Großteil der Schadstoffe, Viren und Bakterien vom Kind fern und trägt zur Entsorgung von Abbauprodukten bei. Nach der Geburt des Babys wird auch die Plazenta mit der Eihaut als sogenannte „Nachgeburt“ abgestoßen. sich befindet.

Weiterführende Ultraschalluntersuchungen

Die Krankenversicherung übernimmt die Kosten für weitere Ultraschalluntersuchungen nur dann, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, zum Beispiel eine mögliche Erkrankung des Kindes. Das können zum Beispiel Blutungen in der Gebärmutter sein, der Verdacht auf eine Fehlbildung beim Baby oder eine ungünstige Lage des Kindes nach der 36. Schwangerschaftswoche. Alle Auffälligkeiten, die Anlass für weitere Untersuchungen sein können, sind in den Anlagen 1b, 1c und 1d der MutterschaftsrichtlinienMutterschaftsrichtlinien Die Mutterschaftsrichtlinien regeln die medizinische Versorgung von Schwangeren vor und nach der Geburt. Sie werden von den Expert:innen des sogenannten Gemeinsamen Bundesausschusses festgelegt. In ihnen werden der Zeitpunkt und die Inhalte der Untersuchungen, Tests, Beratungen, Maßnahmen, Aufzeichnungen und Bescheinigungen der Schwangeren durch Ärzt:innen und Hebammen festgehalten. aufgelistet. Es gibt auch spezielle Varianten des Ultraschalls, die in besonderen medizinischen Fällen eingesetzt werden. Dazu gehören der Doppler-Ultraschall und der 3D-Ultraschall. Diese zusätzlichen Untersuchungen werden auf den Seiten 12 und 14 des Mutterpasses eingetragen.

Grenzen der Ultraschalluntersuchung

Die meisten Ultraschalluntersuchungen zeigen ein gesundes, unauffälliges Kind. In den Fällen, in denen Erkrankungen oder Veränderungen sichtbar werden, hilft der Ultraschall dabei, wichtige medizinische Maßnahmen frühzeitig zu ergreifen. Deswegen ist diese Form der Untersuchung auch Teil der Vorsorge.

Grundsätzlich kann eine Ultraschalluntersuchung aber nicht alle Fehlbildungen aufdecken. Sie kann auch keine genetischen Störungen, Stoffwechselerkrankungen oder Krankheiten, die keine körperlichen Veränderungen hervorrufen, erkennen. Auch bei einer ungünstigen Lage des Kindes oder wenn du eine besonders dicke Bauchdecke hast, kann die Aussagekraft der Untersuchung eingeschränkt sein.

Abkürzungen auf den Seiten 10 und 11 im Mutterpass

  • FS: Fruchtsackdurchmesser

  • SSL (Scheitel-Steiß-Länge): die Länge des Babys vom Kopf bis zum Steiß-Ende

  • BPD (Biparietaler Durchmesser): der quer gemessene Durchmesser des Köpfchens

  • FOD (Fronto-okzipitaler Durchmesser): Der Längsdurchmesser des Kopfes

  • KU: Kopfumfang

  • ATD (Abdomentransversaldurchmesser): Abmessung des Bauches unterhalb des Herzens, von der rechten zur linken Seite gemessen

  • APD (Anterior-posteriorer Durchmesser): Abmessung des Bauches von vorne nach hinten

  • AU (Abdomenumfang): Umfang des Bauches

  • FL (Femurlänge): Länge des Oberschenkelknochens