Frauen ahnen manchmal frühzeitig, dass nicht nur ein einziges Kind unterwegs ist. So kann zum Beispiel die schwere Schwangerschaftsübelkeit Anzeichen einer Mehrlingsschwangerschaft sein. Sichere Auskunft darüber, wie viele Kinder du erwartest, wird dir dein:e Ärzt:in geben. Bei der ersten Ultraschalluntersuchung kann eine Mehrlingsschwangerschaft eindeutig festgestellt werden. Bei Zwillingen wird zwischen eineiigen und zweieiigen Zwillingen unterschieden. Bei beiden verläuft die Schwangerschaft in der Regel gleich. Es ist aber wichtig herauszufinden, ob sich die FötenFötus Ein Fötus ist in der Biologie ein ungeborenes Kind im Bauch der Mutter, bei dem sich schon die Organe ausgebildet haben. Beim Menschen ist dies etwa ab der zehnten Schwangerschaftswoche der Fall. Die Entwicklung des Fötus endet mit der Geburt. Vor der Ausbildung der inneren Organe nennt man das ungeborene Kind Embryo. eine PlazentaPlazenta Plazenta ist der medizinische Fachbegriff für den Mutterkuchen. Der Mutterkuchen versorgt über die Nabelschnur während der Schwangerschaft das ungeborene Kind mit Sauerstoff, Nährstoffen und Antikörpern. Die Plazenta hält einen Großteil der Schadstoffe, Viren und Bakterien vom Kind fern und trägt zur Entsorgung von Abbauprodukten bei. Nach der Geburt des Babys wird auch die Plazenta mit der Eihaut als sogenannte „Nachgeburt“ abgestoßen. teilen. Dies ist nur in der frühen Schwangerschaft gut erkennbar. Deshalb empfehlen Frauenärzt:innen, dass unbedingt eine erste Ultraschalluntersuchung zwischen der neunten und zwölften Schwangerschaftswoche gemacht werden soll.
Mehrlingsschwangerschaften sind Risikoschwangerschaften
Jede Mehrlingsschwangerschaft wird als Risikoschwangerschaft eingestuft. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit eines nicht regelhaften Schwangerschaftsverlaufes erhöht ist. Das ist aber kein Grund zur Sorge. Die Einschätzung hat zur Folge, dass du besonders gut versorgt bist. Es ist aber wichtig, dass die Mehrlingsschwangerschaft möglichst früh festgestellt wird, um dann auch zu prüfen, ob sich zum Beispiel Zwillinge eine Plazenta teilen. Wenn das der Fall ist, wird unter anderem verstärkt darauf geachtet, dass jedes Kind genügend Nährstoffe und eine ausreichende Blutzufuhr hat. Sonst besteht die Gefahr, dass eines sehr klein bleibt und das andere sehr groß wird. Auch Probleme mir dem Herz-Kreislauf-System der Kinder können dann auftreten. Unabhängig von der Anzahl der Babys finden bei Mehrlingsschwangerschaften die Vorsorgeuntersuchungen öfter statt. Bis zur 28. Schwangerschaftswoche werden sie alle zwei Wochen durchgeführt, ab der 28. Schwangerschaftswoche dann wöchentlich.
Mögliche Komplikationen
Dein Körper ist bei einer Mehrlingsschwangerschaft sehr stark gefordert. Aufgrund der besonderen Hormonlage kann es zu stärkeren Schwangerschaftsbeschwerden kommen. Dazu gehört die schwere Schwangerschaftsübelkeit. Auch ein erhöhter Blutdruck gehört zu den häufigen Beschwerden. Er ist auch eines der Anzeichen für eine PräeklampsieProgesteron Progesteron ist der medizinische Fachbegriff für ein Hormon, das unter anderem an dem weiblichen Zyklus und dem Aufrechterhalten der Schwangerschaft beteiligt ist. Dieses in den Eierstöcken und der Plazenta gebildete Hormon sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut wächst, besser durchblutet und so auf eine Schwangerschaft vorbereitet wird. Im Falle einer Schwangerschaft steigt der Progesteronwert, wodurch die Schwangerschaft erhalten wird.. Diese Erkrankung wurde früher als Schwangerschaftsvergiftung bezeichnet. Es handelt sich aber um eine Anpassungsstörung des Körpers, die mit Bluthochdruck und mit der Bildung von Wassereinlagerungen einhergeht. Manchmal wird die PräeklampsiePräeklampsie Präeklampsie ist eine Form der Gestose, die umgangssprachlich auch Schwangerschaftsvergiftung genannt wird. Diese Erkrankung zeigt sich durch hohen Blutdruck, Wassereinlagerungen und Eiweiß im Urin. Die Erkrankung kann im Laufe der Schwangerschaft nach der 20. Schwangerschaftswoche und bis zu 6 Wochen nach der Entbindung auftreten. Die Ursache dieser Krankheit ist unbekannt und die Folgen können für Mutter und Kind lebensbedrohlich werden. Die einzige mögliche Therapie ist eine vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft durch einen Notkaiserschnitt. zur EklampsieEklampsie Eklampsie ist eine Form der Gestose, die umgangssprachlich auch Schwangerschaftsvergiftung genannt wird. Diese Erkrankung zeigt sich durch hohen Blutdruck, Wassereinlagerungen, Eiweiß im Urin und Krampfanfällen. Die Erkrankung kann im Laufe der Schwangerschaft nach der 20. Schwangerschaftswoche und bis zu 6 Wochen nach der Entbindung auftreten. Die Ursache dieser Krankheit ist unbekannt und die Folgen können für Mutter und Kind lebensbedrohlich werden.. Dann kommen zu den beschriebenen Symptomen noch schwere weitere Beschwerden hinzu, darunter Kopfschmerzen, Augenflimmern und Krampfanfälle. Die Eklampsie ist ein Notfall und muss sofort behandelt werden.
Die Babys werden besonders gut beobachtet
Deine Babys werden während der Schwangerschaft besonders aufmerksam beobachtet, damit im Fall einer Unterversorgung deiner Kinder schnell reagiert werden kann. Vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel gibt es ein erhöhtes Risiko einer Fehlgeburt. Manchmal stirbt ein EmbryoEmbryo Ein Embryo ist ein befruchtetes Ei, dass bereits eine Fruchtblase ausgebildet hat. Das ist etwa zehn bis zwölf Tage nach der Befruchtung der Eizelle der Fall. Wenn sich ungefähr ab der zehnten Schwangerschaftswoche Organe ausgebildet haben, spricht man auch von einem Fötus., in vielen Fällen sogar noch bevor die Mehrlingsschwangerschaft entdeckt wurde. Das andere Kind oder die anderen Kinder kann oder können sich dann trotzdem normal weiterentwickeln. Der Verlust eines Kindes, auch in einer frühen Stufe der Entwicklung, ist für viele Frauen schwer zu verkraften. Falls du betroffen bist, solltest du dich unbedingt an vertraute Menschen wenden. Du kannst auch mit dein:er Ärzt:in oder deiner Hebamme sprechen. Sie können dir auch Anlaufstellen empfehlen, wo du mit geschulten Beratenden über deine schmerzliche Erfahrung sprechen kannst.
Die Geburt von Mehrlingen
In einer Klinik ist größtmögliche Sicherheit für die werdende Mutter und ihre Kinder gewährleistet. Deshalb kommen Zwillinge und weitere Mehrlinge meistens im Krankenhaus zu Welt. Für den Fall, dass du zu Hause oder im Geburtshaus entbinden möchtest, solltest du dich gut über die Bedingungen und Risiken informieren. Sprich unbedingt mit dein:er Ärzt:in und deiner Hebamme über deinen Wunsch und wäge Vorteile und Nachteile ab. Mehrlinge werden in der Regel vor der 40. Schwangerschaftswoche geboren. Zwillinge kommen um die 37. oder 38. Schwangerschaftswoche zur Welt, Drillinge und weitere Mehrlinge noch etwas früher. Gegen eine vaginale Geburt von zweieiigen Zwillingen spricht nichts, wenn die Kinder nicht weniger als 2000 Gramm wiegen. Der Zwilling, der zuerst zur Welt kommt, sollte sich in SchädellageSchädellage Als Schädellage wird die Lage des ungeborenen Kindes im Bauch der Mutter genannt, wenn der Kopf des Babys in der Gebärmutter unten ist. In dieser Lage werden 95 Prozent der Babys geboren. Sollte das Kind zusätzlich auch mit dem Gesicht zur Wirbelsäule der Mutter sein, ist dies die ideale Geburtsposition. befinden. Falls du Drillinge oder weitere Mehrlinge erwartest, wird in der Regel per Kaiserschnitt entbunden. Um die Entbindung deiner Mehrlinge zu besprechen und nochmals eine ausführliche Ultraschalluntersuchung machen zu lassen, solltest du zwischen der 28. und der 30. Schwangerschaftswoche einen Termin im Krankenhaus vereinbaren.
Mutterschutz bei Mehrlingen
Wenn du mit Zwillingen, Drillingen oder weiteren Mehrlingen schwanger bist, setzt der Mutterschutz sechs Wochen vor der Geburt ein, genau wie bei einer Einlingsgeburt. Die Mutterschutzfrist nach der Geburt ist jedoch verlängert. Sie beträgt zwölf statt acht Wochen. Leider kommt es vor, dass nicht alle Kinder lebend zur Welt kommen. Im Fall einer stillen Geburt bleibt es dennoch bei der verlängerten Mutterschutzfrist. Die im Gesetz formulierte Bedingung ist, dass die Geburt ab der 24. Schwangerschaftswoche erfolgte oder das Geburtsgewicht mindestens 500 Gramm betrug.
Elterngeld und Mehrlingszuschlag
Das Elterngeld ist ein Ausgleich für dein fehlendes Einkommen nach der Entbindung. Es kann nur einmal beantragt werden, auch wenn du Zwillinge, Drillinge oder weitere Mehrlinge betreust. Du hast aber Anrecht auf den sogenannten Mehrlingszuschlag von 300 oder 150 Euro pro Kind. Die Höhe des Mehrlingszuschlags hängt davon ab, ob du Basiselterngeld oder ElterngeldPlus beziehst. Der Zuschlag steht jedem Mehrlingskind zu und wird über den gesamten Zeitraum ausbezahlt, in dem du auch Elterngeld bekommst.