Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft

Damit du und dein Kind in der Schwangerschaft gut versorgt seid, stehen dir regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen zu. Die Kosten dafür übernimmt die Krankenversicherung. Du solltest die Möglichkeiten unbedingt nutzen, denn so vermeidest du unnötige Risiken für dich und dein Kind. Die Ergebnisse sämtlicher Untersuchungen und Tests werden in deinen Mutterpass eingetragen, den du bei einer der ersten Untersuchungen bekommst.

Wer führt die Untersuchungen durch?

Die meisten Vorsorgeuntersuchungen können sowohl von Hebammen als auch von Frauenärzt:innen durchgeführt werden. Du musst also nicht unbedingt für jede Untersuchung eine gynäkologische Praxis aufsuchen. Viele Frauen lassen sich gleichzeitig von ein:er Frauenärzt:in und einer Hebamme betreuen. In einigen frauenärztlichen Praxen sind die Hebammen sogar Teil des Teams oder arbeiten frei mit der Praxis zusammen. Nur die Ultraschalluntersuchungen am Anfang, in der Mitte und am Ende der Schwangerschaft sind eine Ausnahme und müssen von ein:er Ärzt:in durchgeführt werden. Bei einer Risikoschwangerschaft ist eine ärztliche Betreuung empfehlenswert.

Anamnese und Beratung bei der ersten Vorsorgeuntersuchung

Wenn du denkst, dass du ein Kind erwartest, kontaktierst du dein:e Ärzt:in oder eine Hebamme. Nachdem die Schwangerschaft sicher bestätigt wurde, beginnt die Schwangerenvorsorge mit einem ausführlichen AnamnesegesprächAnamnesegespräch Als Anamnesegespräch bezeichnet man in der Medizin ein Gespräch mit Patient:innen. Hebammen, Ärzt:innen oder anderes medizinisches Personal stellen dabei Fragen zu der Vorgeschichte einer Krankheit oder zur Lebensführung einer Person. Bei der Anamnese im Rahmen der Hebammenbetreuung oder der Vorsorgeuntersuchungen werden Frauen zum Beispiel zu früheren Schwangerschaften befragt oder dazu, ob sie Rauchen, Alkohol trinken oder Drogen nehmen.. Die Person, die dich untersucht, erkundigt sich dabei unter anderem nach Krankheiten, die du aktuell hast oder früher einmal hattest. Außerdem spricht sie mit dir über vererbbare Krankheiten in deiner Familie und in der Familie des werdenden Vaters. Auch zum Verlauf früherer Schwangerschaften wird sie dich befragen. In einem Beratungsgespräch erhältst du außerdem Aufklärung über wichtige Themen, zum Beispiel darüber, wie du dich ernähren solltest, welche Regelungen für deine Arbeit gelten und was du beachten musst, wenn du während der Schwangerschaft Medikamente einnehmen musst. Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung wird dir auch Blut abgenommen, das dann genau untersucht wird. Die Testergebnisse kannst du auf den Seiten 2 und 3 im Mutterpass nachlesen.

Das wird bei jedem Termin kontrolliert

Einige Werte kontrolliert deine Hebamme oder dein:e Ärzt:in bei jeder Untersuchung. Dein Blutdruck, dein Gewicht und deine Urinwerte werden immer überprüft, genauso wie der Abstand zwischen deinem Schambein und dem oberen Rand der Gebärmutter, dem sogenannten FundusstandGebärmutterstand Der Gebärmutterstand bezeichnet den Abstand zwischen dem Schambein und dem oberen Rand der Gebärmutter. Er wird in der Medizin meistens Fundusstand genannt. Dieser Wert wird im Mutterpass verzeichnet und kann medizinischem Fachpersonal einen Hinweis auf die Schwangerschaftswoche, die Gebärmutterdehnung und das Wachstum des ungeborenen Kindes geben.. Wenn die Schwangerschaft weiter fortgeschritten ist, hört dein:e Ärzt:in oder deine Hebamme die Herztöne des Kindes ab. Auch seine Lage muss dann regelmäßig kontrolliert werden. Bei einigen Untersuchungen wird dir auch Blut abgenommen.

Die Ultraschalluntersuchungen

Im Rahmen der Vorsorge werden drei Ultraschalluntersuchungen gemacht, die man auch „Screening“ oder „Sonografie“ nennt. Sie finden um die 10., die 20. und um die 30. Schwangerschaftswoche herum statt. Die Krankenversicherung zahlt unter besonderen Umständen weitere Screenings, zum Beispiel, wenn dein:e Ärzt:in Auffälligkeiten entdeckt hat. Das Geschlecht des Kindes ist möglicherweise ab der 14. oder 15. Schwangerschaftswoche erkennbar und darf dir auch erst gegen Ende der 14. Schwangerschaftswoche mitgeteilt werden. Gib der untersuchenden Person Bescheid, falls du lieber überrascht werden willst.

Wie viele Vorsorgeuntersuchungen stehen mir zu?

Im Laufe der Schwangerschaft werden deine Hebamme oder dein:e Ärzt:in zehn bis zwölf Vorsorgeuntersuchungen durchführen. Die Vorsorgeuntersuchungen finden zuerst meistens alle vier Wochen statt, ab etwa der 32. Schwangerschaftswoche alle zwei Wochen. Wenn der errechnete Geburtstermin (40+0 SSW) überschritten ist, wirst du häufiger untersucht, meistens alle zwei bis drei Tage. Solltest du Mehrlinge erwarten, stehen dir zusätzliche Untersuchungen zu.

Wer zahlt die Vorsorgeuntersuchungen?

Deine Krankenversicherung übernimmt die Kosten für alle Untersuchungen, die dir per Gesetz zustehen. Sie werden in den MutterschaftsrichtlinienMutterschaftsrichtlinien Die Mutterschaftsrichtlinien regeln die medizinische Versorgung von Schwangeren vor und nach der Geburt. Sie werden von den Expert:innen des sogenannten Gemeinsamen Bundesausschusses festgelegt. In ihnen werden der Zeitpunkt und die Inhalte der Untersuchungen, Tests, Beratungen, Maßnahmen, Aufzeichnungen und Bescheinigungen der Schwangeren durch Ärzt:innen und Hebammen festgehalten. festgelegt. Wenn deine Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft wurde, zahlt die Krankenversicherung noch weitere Maßnahmen. Es gibt auch einige Untersuchungen, für die es nicht bei jeder Versicherung eine Kostenübernahme gibt. Dazu gehören zum Beispiel das Ersttrimester-ScreeningErsttrimester-Screening Das Ersttrimester-Screening ist eine freiwillige Untersuchung in der 10. bis 14. Schwangerschaftswoche im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen. Bei dieser Untersuchung wird anhand eines Ultraschallus und der Blutwerte der Mutter bewertet, wie hoch das Risiko von Fehlbildungen oder Fehlentwicklungen des Kindes ist. oder eine Toxoplasmose-UntersuchungToxoplasmose Toxoplasmose ist eine von Parasiten ausgelöste Infektionskrankheit. Eine Infektion kann durch den Verzehr von nicht erhitzten Fleischprodukten, ungewaschenem Obst und Gemüse oder den Kontakt mit Katzenkot ausgelöst werden. Die Ansteckung kann für immungeschwächte Personen und Schwangere eine Gefahr bedeuten. Bei einer Erstinfektion, die in der Schwangerschaft durch Bluttest oder Fruchtwasseruntersuchung festgestellt werden kann, besteht Lebensgefahr für das Kind und das Risiko von Folgeschäden.. Es handelt sich dabei um Zusatzuntersuchungen. Wenn du diese und andere individuelle Gesundheitsleistungen, kurz IGeL, wünschst, musst du selbst dafür bezahlen. Bitte dein:e Ärzt:in oder deine Hebamme darum, dich genau über diese Leistungen aufzuklären. Dann kannst du eine gut informierte Entscheidung darüber treffen, welche zusätzlichen Untersuchungen gemacht werden sollen.

Wenn du keine Krankenversicherung hast

Wenn du Sozialhilfe bekommst, kannst du mit Unterstützung durch das Sozialamt rechnen. Vielleicht hast du keinen geregelten Aufenthaltsstatus und bist schwanger. Dann kannst du dich an verschiedene Beratungsstellen wenden, zum Beispiel an das Netzwerk der Frühen Hilfen.