Das zweite Schwangerschaftsdrittel wird in der Fachsprache „zweites Trimenon“ genannt. Es umfasst die Zeit von der 14. bis zur 26. Schwangerschaftswoche. Die meisten Frauen erleben die mittleren Monate der Schwangerschaft als entspannte Zeit. Sie sind entlastet, weil das Risiko einer Fehlgeburt deutlich geringer ist, und sie fühlen sich auch körperlich fitter und seelisch stabiler.
Neue und alte Schwangerschaftsbeschwerden
Im zweiten Drittel der Schwangerschaft sinkt der Pegel des wichtigen Schwangerschaftshormons hCGhCG hCG steht für humanes Choriongonadotropin. Dies ist ein Hormon, das im Blut vorkommt. Im Falle einer Schwangerschaft steigt der Anteil von hCG. Es ist wichtig für die Einnistung der Eizelle und für die Produktion des Hormons Progesteron, das in der Schwangerschaft ebenfalls eine wichtige Rolle spielt.. Mit ihm verschwindet in vielen Fällen auch die morgendliche Übelkeit. Leider musst du mit einigen neuen Schwangerschaftsbeschwerden rechnen. Krampfadern oder Hämorrhoiden können auftreten. Vielleicht entdeckst du braune oder rötliche Dehnungsstreifen auf deiner Haut. Bei manchen Frauen zeigt sich zwischen Schambein und Nabel eine gerade braune oder dunkelbraune Linie, die Linea nigraLinea nigra Linea nigra ist der medizinische Fachbegriff für die dunkle Linie, die bei schwangeren Frauen häufig vom Bauchnabel oder der Brust bis zum Schambein führt. Der Grund für diese natürliche Verfärbung bei etwa 75 Prozent der schwangeren Frauen ist die erhöhte Produktion des Hormons Melanin, das auch für die Bräunung der Haut zuständig ist.. Sie entsteht, weil jetzt mehr Farbpigmente in deiner Haut erzeugt werden. Auch deine Brustwarzen oder Schamlippen können dunkler werden. Nach der Geburt verschwinden diese Verfärbungen jedoch. Auch die generelle Veränderung deiner Brüste setzt jetzt ein. Sie werden größer und viele Frauen leiden unter einem Spannungsgefühl. Wundere dich nicht, wenn deine Milchdrüsen schon jetzt ein paar gelb-weißliche Tropfen absondern. Gegen Ende des zweiten Schwangerschaftsdrittels können weitere Beschwerden wie Sodbrennen, Wadenkrämpfe und Rückenschmerzen hinzukommen. Diese Nebeneffekte der Schwangerschaft sind lästig, aber nicht gefährlich. Auch wenn du ein Ziehen im Unterleib spürst, soll dich das nicht beunruhigen. Solche ÜbungswehenÜbungswehen Übungswehen sind unregelmäßige Wehen, die schon ab der 20. Schwangerschaftswoche vorkommen können. Übungswehen werden meistens als eine Spannung oder als ein Ziehen im Bauch wahrgenommen. Bei einer Übungswehe zieht sich die Gebärmutter zusammen und entspannt sich wieder. Hierdurch wird die Muskulatur gestärkt und der Mutterkuchen und das Ungeborene werden besser durchblutet. Übungswehen unterscheiden sich von Senkwehen, die erst ab der 36. Schwangerschaftswoche auftreten können, und den Geburtswehen, die eine baldige Geburt ankündigen. sind nicht ungewöhnlich. Falls dich das verunsichert, setze dich aber bitte mit dein:er Frauenärzt:in in Verbindung.
Die Entwicklung des Babys im zweiten Schwangerschaftsdrittel
Das Kind entwickelt sich schnell. Das Skelett wird fester und die Haare wachsen. Das Gesicht bekommt klarere Züge, die Formen der Ohren und Augen sind jetzt festgelegt. Die Augen sind ab jetzt geschlossen. Das Baby öffnet sie erst in der 26. Schwangerschaftswoche wieder. Die inneren Organe, das Hirn, die Lunge und das Herz entwickeln sich weiter. Die Funktion der Nieren wird trainiert, indem das Kind Fruchtwasser trinkt und dann ausscheidet. Überhaupt ist dein Kind sehr aktiv. Es hat ja noch ausreichend Platz, um in der Gebärmutter herumzuturnen. Du kannst seine Bewegungen am Ende des zweiten Schwangerschaftsdrittels gut spüren. Es reagiert jetzt übrigens schon auf akustische Reize und auf Lichtreize von außen. Am Ende des 6. Monats ist das Kind ungefähr 26 cm lang und wiegt um die 500 Gramm.
Untersuchungen im zweiten Schwangerschaftsdrittel
Die Vorsorgeuntersuchungen finden weiter etwa alle vier Wochen statt. In der 19. bis 22. Schwangerschaftswoche wird die zweite Ultraschalluntersuchung durchgeführt. In der 24. bis 27. Woche wird dein Blut noch einmal auf Antikörper untersucht. In der 25. bis 28. Woche wird dir außerdem ein Test auf SchwangerschaftsdiabetesGestationsdiabetes Gestationsdiabetes ist der medizinische Fachbegriff für eine Zuckerkrankheit, die nur in der Schwangerschaft auftritt. Die Zuckerkrankheit ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist, wodurch die Funktion der Organe beeinträchtigt werden kann. Der in vier von zehn Schwangerschaften festgestellte Schwangerschaftsdiabetes ist meistens nur vorübergehend. angeboten. Dafür trinkst du eine Zuckerlösung, und nach einer Stunde wird dein Blutzucker gemessen. Die Kosten für diese Untersuchungen übernimmt deine Krankenversicherung.
Eine gute Zeit für wichtige Erledigungen
Du kannst dich vermutlich noch gut bewegen, weil dein Schwangerschaftsbauch noch nicht allzu groß ist. Falls deine Hose doch schon enger sitzt, solltest du dich nach Umstandskleidung umsehen. Die Zeit zwischen der 14. und der 26. Schwangerschaftswoche eignet sich auch gut für alle Arten von Erledigungen, zum Beispiel für Behördengänge, für die Anmeldung zu einem Geburtsvorbereitungskurs und für die Besichtigung eines Kreißsaals oder Geburtshauses. Spätestens jetzt solltest du dich mit einer Hebamme in Verbindung setzten. Auch wenn du dich vielleicht noch fragst, was eine Hebamme eigentlich macht.