Auf der sechsten Seite des Mutterpasses notieren Ärzt:innen oder Hebammen Besonderheiten, die sie im Verlauf der Schwangerschaft beobachten. Sie werden als „besondere Befunde“ bezeichnet. Gemeint sind damit Untersuchungsergebnisse und Erkenntnisse. Sie betreffen sowohl deinen eigenen Gesundheitszustand als auch den des Babys. Auch die Feststellung einer Mehrlingsschwangerschaft wird hier dokumentiert. Die Liste möglicher Besonderheiten umfasst 26 Punkte. Wie auch bei der ersten Vorsorgeuntersuchung gilt hier, dass die Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft wird, sobald ein Punkt zutrifft. Bitte dein:e Ärzt:in oder deine Hebamme darum, dich genau aufzuklären, welche Folgen das hat.
Der Geburtstermin
Auf der sechsten Seite des Mutterpasses wird bei der Untersuchung dein voraussichtlicher GeburtsterminErrechneter Geburtstermin Der errechnete Geburtstermin, kurz ET, ist der Tag mit der höchsten Wahrscheinlichkeit der Geburt. Bei den unterschiedlichen Berechnungsarten werden meistens der erste Tag der letzten Periode oder der Tag der Empfängnis zur Berechnung genutzt. Rund 80 Prozent der Kinder werden in den zehn Tagen vor oder nach dem errechneten Geburtstermin geboren. Im Verlauf der Schwangerschaft kann der Termin auch neu berechnet und angepasst werden. eingetragen. Der erste Tag der letzten Monatsblutung wird dabei als erster Tag der Schwangerschaft festgelegt. Von da an dauert es durchschnittlich 280 Tage, also 40 Wochen, bis zur Entbindung. Diese Art der Berechnung hat sich durchgesetzt, weil die Menstruation für viele Frauen das sicherste Bezugssystem ist. Dein:e Ärzt:in oder deine Hebamme wird den eingetragenen Termin innerhalb der ersten zwölf Wochen deiner Schwangerschaft vielleicht einmal korrigieren. Man kann bei der Ultraschall-Untersuchung nämlich sehen, wenn die Schwangerschaft doch auf einem anderen Stand ist als zuerst gedacht. Eine hundertprozentige Sicherheit darüber, wann das Baby auf die Welt kommt, gibt es aber nicht. Die meisten Kinder kommen in den zehn Tagen vor oder nach dem errechneten Zeitpunkt zur Welt.
Wichtige Fachbegriffe für besondere Befunde
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AbususAbusus Abusus ist der medizinische Fachbegriff für Missbrauch, übermäßigen Genuss oder Abhängigkeit. Damit ist der Missbrauch von Genussmitteln, Medikamenten und Drogen gemeint. Im Mutterpass wird notiert, ob eine Schwangere regelmäßig Zigaretten, Alkohol, andere Drogen oder Medikamente zu sich nimmt. Diese Information ist wichtig, da sie Auswirkungen auf die Schwangerschaft oder das ungeborene Kind haben kann.: Ständiger Konsum von Genussmitteln wie Alkohol oder Drogen oder Zigaretten
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AnämieAnämie Anämie ist der medizinische Fachbegriff für Blutarmut. Blutarmut kann bei den Betroffenen zu Blässe, Konzentrationsschwäche, Schwindel und einer Anfälligkeit für Infekte führen. Sie wird hervorgerufen durch einen Mangel an Eisen, Folsäure, Vitamin B12 oder durch innere und äußere Blutungen. Blutarmut wird mit der Gabe von Eisen oder einer Bluttransfusionen behandelt.: Blutarmut
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Dauermedikation: Andauernde, regelmäßige Einnahme von Medikamenten
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EinstellungsanomalieEinstellungsanomalie Als Einstellungsanomalie wird eine für die Geburt ungünstige Position des Ungeborenen im Bauch der Mutter bezeichnet. Das bedeutet, dass sich der Kopf des Ungeborenen nicht unten mit dem Gesicht zur Wirbelsäule im Bauch der Mutter befindet. Bis zur 36. Schwangerschaftswoche ist dies nicht ungewöhnlich, eine Geburt in einer ungünstigen Lage ist jedoch mit Risiken verbunden.: Ungünstige Lage des Kindes im Becken
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GestationsdiabetesGestationsdiabetes Gestationsdiabetes ist der medizinische Fachbegriff für eine Zuckerkrankheit, die nur in der Schwangerschaft auftritt. Die Zuckerkrankheit ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist, wodurch die Funktion der Organe beeinträchtigt werden kann. Der in vier von zehn Schwangerschaften festgestellte Schwangerschaftsdiabetes ist meistens nur vorübergehend.: Zuckerkrankheit, die während der Schwangerschaft aufgetreten ist
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HydramnionHydramnion Hydramnion steht für Polyhydramnion, welches der medizinische Fachbegriff für Fruchtwassersucht ist. Die Fruchtwassersucht ist ein seltener krankhafter Zustand während der Schwangerschaft, bei dem die Fruchtwassermenge in der Fruchtblase erhöht ist. Dieser krankhafte Zustand kann unterschiedliche Ursachen haben und zu Komplikationen führen. Eine Behandlung ist durch einen medizinischen Eingriff möglich, bei dem Fruchtwasser abgelassen wird.: Zu starke Fruchtwasserbildung
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HypotonieHypotonie Hypotonie ist der medizinische Fachbegriff für einen niedrigen Blutdruck. Ein zu niedriger Blutdruck kann verschiedene Ursachen haben. Eine Schwangerschaft, eine salzarme Ernährung, zu wenig Flüssigkeitszufuhr, aber auch Untergewicht können einen zu niedrigen Blutdruck begünstigen. Ein niedriger Blutdruck wird nur bei schweren Symptomen behandelt und stellt sonst keine Gefahr für die Betroffenen dar.: Niedriger Blutdruck
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HypertonieHypertonie Hypertonie ist der medizinische Fachbegriff für Bluthochdruck. Ein erhöhter Blutdruck kann verschiedene Ursachen haben. Übergewicht, zu viel Alkohol oder Salz und zu wenig Bewegung können Bluthochdruck begünstigen. Ist der Blutdruck dauerhaft erhöht, kann dies zu Schlaganfällen, Herzinfarkten oder Nierenschäden führen.: Hoher Blutdruck
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Indirekter Coombstest positivIndirekter Coombs-Test positiv Der indirekte Coombs-Test oder ICT ist ein Teil der Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft. Bei diesem Test wird das Blut der Mutter auf die Vereinbarkeit mit der Blutgruppe des Ungeborenem untersucht. Ein positives Ergebnis bedeutet, dass die Blutgruppen von Mutter und Ungeborenem nicht miteinander vereinbar sind. In diesem Fall können der Mutter vorbeugend sogenannte Rhesus-Faktor-Antikörper verabreicht werden.: Unverträglichkeit der Blutgruppen von Mutter und Kind
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Isthmozervikale InsuffizienzIsthmozervikale Insuffizienz Isthmozervikale Insuffizienz oder auch Zervixinsuffizienz ist der medizinische Fachbegriff für eine Muttermundschwäche. Eine Muttermundschwäche liegt vor, wenn sich der Gebärmutterhals in der Schwangerschaft vorzeitig verkürzt und der Muttermund sich zu früh öffnet und weich wird. Dies kann bei einer Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchung erkannt werden und durch verschiedene Maßnahmen behandelt werden.: Geschwächter oder verkürzter Gebärmutterhals
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ÖdemÖdem Ödem ist der medizinische Fachbegriff für eine Flüssigkeitsansammlung unter der Haut, die eine Schwellung oder ein Geschwulst bewirkt. Ödeme weisen meistens auf eine Erkrankung der Nieren, der Leber, des Herzens oder auf Entzündungen, Allergien, eine Medikamentenunverträglichkeit und zu wenig Eisen im Blut hin. Durch Medikamente, die die Harnproduktion in den Nieren anregen, sind Ödeme gut behandelbar.: Einlagerung von Wasser im Körpergewebe
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OligohydramnionOligohydramnion Oligohydramnion ist der medizinische Fachbegriff für einen Mangel an Fruchtwasser, der unterschiedliche Ursachen haben kann. Bei Ultraschalluntersuchungen kann eine ungewöhnlich kleine Gebärmutter auf einen Mangel an Fruchtwasser hinweisen. In schwereren Fällen wird eine Lösung aus Zucker und Kochsalz in die Fruchtblase gespritzt oder die Entbindung zeitlich vorgezogen. Sollte die Entbindung kurz bevorstehen, ist ein Mangel an Fruchtwasser üblich.: Zu geringe Fruchtwassermenge
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PlacentaPlazenta Plazenta ist der medizinische Fachbegriff für den Mutterkuchen. Der Mutterkuchen versorgt über die Nabelschnur während der Schwangerschaft das ungeborene Kind mit Sauerstoff, Nährstoffen und Antikörpern. Die Plazenta hält einen Großteil der Schadstoffe, Viren und Bakterien vom Kind fern und trägt zur Entsorgung von Abbauprodukten bei. Nach der Geburt des Babys wird auch die Plazenta mit der Eihaut als sogenannte „Nachgeburt“ abgestoßen.: Der Mutterkuchen
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Placenta-InsuffizienzPlacentainsuffizienz Placentainsuffizienz ist der medizinische Fachbegriff für eine Unterversorgung des ungeborenen Kindes mit Sauerstoff oder Nährstoffen durch die Plazenta, die umgangssprachlich auch „Mutterkuchen“ genannt wird. Die Unterversorgung kann verschiedene Ursachen haben und kann im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen durch eine Ultraschalluntersuchung erkannt werden. Diese Unterversorgung kann zu schwerwiegenden Komplikationen wie einem zu geringen Wachstum oder sogar zum Tod des Ungeborenen führen. Da die Behandlung nicht immer möglich ist, kann auch eine vorgezogene Entbindung nötig werden, um Kind und Mutter zu schützen.: Eine Funktionsstörung des Mutterkuchens
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Placenta praeviaPlacenta praevia Placenta praevia ist der medizinische Fachausdruck für eine Fehllage der Plazenta, die umgangssprachlich auch "Mutterkuchen" genannt wird. Bei dieser Fehllage ist die Plazenta in der Nähe oder über dem inneren Muttermund, also dem Ausgang der Gebärmutter. Sie äußert sich insbesondere ab dem dritten Schwangerschaftsdrittel durch vaginale Blutungen. Je nach Verlauf kann Bettruhe oder ein Kaiserschnitt nötig werden.: Mutterkuchen versperrt den normalen Geburtsweg
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Risiko aus serologischen Befunden: Zum Beispiel das Fehlen des Rötelnschutzes oder das Vorliegen von Antikörpern, die bei den Blutuntersuchungen festgestellt werden
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TerminunklarheitTerminunklarheit Terminunklarheit bedeutet, dass die Schwangerschaftswoche und damit auch der erwartete Geburtstermin nicht sicher bestimmt werden können. Dies kann der Fall sein, wenn die Mutter den Zeitpunkt ihrer letzten Periode nicht sicher weiß oder wenn die Schwangerschaft verspätet durch ein:e Ärzt:in festgestellt wurde. Um ein ungefähres Datum zu ermitteln, werden in diesen Fällen die Größe und das Wachstum des Kindes herangezogen.: Geburtstermin kann nicht berechnet werden