Das letzte Schwangerschaftsdrittel nennt man auch drittes Trimenon. Es umfasst die Zeit ab der 27. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt. Viele Frauen genießen diese Phase. Es kann aber sein, dass du dich durch dein Gewicht und durch den Bauchumfang eingeschränkt fühlst. Es kann auch vorkommen, dass neue Schwangerschaftsbeschwerden auftreten.
Neue Beschwerden machen sich bemerkbar
Im letzten Schwangerschaftsdrittel tauchen oft Sodbrennen, Verdauungsprobleme oder Wassereinlagerungen auf. Außerdem klagen viele Schwangere in dieser Zeit darüber, dass sie zu wenig Luft bekommen. Das liegt daran, dass die Gebärmutter von unten gegen das Zwerchfell drückt und dadurch die Lunge eingeengt wird. Vier bis sechs Wochen vor der Geburt senkt sie sich wieder und du bekommst wieder richtig Luft. In der nächsten Zeit bereitet sich der Körper auf die bevorstehende Geburt vor. Der Muttermund, das Gewebe der Scheide und des Damms lockern sich, ebenso der Beckenboden und der Geburtskanal. Unmittelbar vor der Entbindung löst sich der schleimige Pfropfen, der vor dem Muttermund liegt.
Übungswehen und Geburtswehen
Auch Kontraktionen der Gebärmutter sind im letzten Drittel der Schwangerschaft nichts Ungewöhnliches. Die Gebärmutter zieht sich zusammen und entspannt sich wieder. Das sind ÜbungswehenÜbungswehen Übungswehen sind unregelmäßige Wehen, die schon ab der 20. Schwangerschaftswoche vorkommen können. Übungswehen werden meistens als eine Spannung oder als ein Ziehen im Bauch wahrgenommen. Bei einer Übungswehe zieht sich die Gebärmutter zusammen und entspannt sich wieder. Hierdurch wird die Muskulatur gestärkt und der Mutterkuchen und das Ungeborene werden besser durchblutet. Übungswehen unterscheiden sich von Senkwehen, die erst ab der 36. Schwangerschaftswoche auftreten können, und den Geburtswehen, die eine baldige Geburt ankündigen., die die Muskulatur stärken. Ab der 36. Woche spürst du wahrscheinlich auch SenkwehenSenkwehen Senkwehen, auch Vorwehen genannt, kommen insbesondere im letzten Schwangerschaftsmonat vor. Senkwehen treten unregelmäßig auf und äußern sich als eine Spannung oder als ziehende Schmerzen im Bauch und haben außerdem zum Ziel, das Kind tiefer in das Becken der Mutter rutschen zu lassen. Als weitere Folge davon sitzt der ganze Bauch etwas tiefer. Senkwehen unterscheiden sich erheblich von den Übungswehen, die bereits ab der 20. Schwangerschaftswoche auftreten können, und den Geburtswehen, die die baldige Geburt ankündigen.. Sie befördern das Baby noch tiefer in das Becken. Du solltest dich mit deiner Hebamme oder dein:er Ärzt:in verständigen, wenn die Kontraktionen öfter als dreimal pro Stunde auftreten. Wenn du Geburtswehen hast, fährst du am besten direkt in die Klinik oder in das Geburtshaus, das du dir ausgesucht hast. Geburtswehen erkennst du an ihrer Häufigkeit und Länge. Übungswehen sind 20 bis 30 Sekunden lang, Geburtswehen dauern um die 60 Sekunden. Geburtswehen erkennst du außerdem daran, dass sie nicht nachlassen, wenn du deinen Körper in eine entspannte Position bringst. Wenn du ein Bad nimmst, werden die Geburtswehen stärker. Übungswehen nehmen im warmen Wasser ab.
Das Baby im dritten Schwangerschaftsdrittel
In der letzten Phase der Schwangerschaft sind alle Organe deines Kindes bereits angelegt. Sie entwickeln sich weiter und reifen zunehmend aus. Das gilt besonders für die Lunge und das Gehirn. Bei einer Frühgeburt steigen die Überlebenschancen deines Babys mit jeder weiteren Schwangerschaftswoche. Kinder, die nach der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, werden auch nicht mehr Frühchen genannt. Das Baby nimmt im letzten Schwangerschaftsdrittel weiter an Größe und Gewicht zu. Seine Nägel und seine Haare wachsen. Bei vielen Kindern verschwindet jetzt auch die LanugobehaarungLanugobehaarung Als Lanugobehaarung bezeichnet man den zarten Haarflaum von Ungeborenen. Dieser wird bis zur Geburt größtenteils abgestoßen. Im Bauch der Mutter bewirkt diese Behaarung, dass die sogenannte Käseschmiere haften bleibt. Die Käseschmiere hilft dabei, dass die Haut des Babys vor dem Aufweichen durch das Fruchtwasser und vor Schall, Druck und Vibrationen geschützt wird., die seinen Körper bis dahin überzogen hat. Andere Babys, vor allem Kinder dunkelhaariger Eltern, kommen mit dem zarten Flaum zur Welt. Sie verlieren ihn erst nach einiger Zeit. Mithilfe der Übungswehen begibt sich das Kind meistens schon am Anfang des dritten Schwangerschaftsdrittels in Geburtsposition. Dann liegt es mit dem Kopf nach unten. Falls das Kind in Beckenendlage liegt, zeigt dir deine Hebamme Übungen, die das Baby dabei unterstützen können, sich zu wenden. In der Gebärmutter ist jetzt nur noch wenig Platz. Deswegen nimmt das Baby die eingerollte Fötus-Stellung ein. Mit dem näherrückenden Geburtstermin bildet sich Fettgewebe unter der Haut des Babys. Das Fettgewebe wird kurz nach der Geburt ein wichtiger Energielieferant sein. Ein Baby wiegt bei der Geburt zwischen 2800 und 4200 Gramm und ist meistens 50 bis 52 Zentimeter lang.
Untersuchungen im dritten Schwangerschaftsdrittel
In der 29. bis 32. Schwangerschaftswoche wird bei einer Vorsorgeuntersuchung die dritte Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Natürlich geht es dabei auch um deine Gesundheit. Dein aktuelles Gewicht, Urinwerte, HämoglobinwerteHämoglobin Als Hämoglobin wird in der Biologie der Blutfarbstoff der roten Blutkörperchen bezeichnet. Die Funktion des Hämoglobins ist die Bindung und der Transport von Sauerstoff und Kohlenstoff im Körper. Ein zu niedriger oder zu hoher Hämoglobinwert im Blut kann ein Anzeichen für verschiedene Krankheiten sein. und andere Messungen werden im Mutterpass eingetragen. Ab der 32. Schwangerschaftswoche untersucht dich dein:e Ärzt:in oder deine Hebamme alle zwei Wochen. Wenn du Rhesus-negativ bist, bekommst du meistens um die 28. Woche eine Spritze mit Anti-D-Immunglobulin. Mehr dazu liest du bei den Blutuntersuchungen im Mutterpass.
Erledigungen vor der Geburt
Spätestens am Anfang des letzten Schwangerschaftsdrittels solltest du ein Kursangebot zur Geburtsvorbereitung nutzen. Entscheide dich für einen Geburtsort und melde dich zur Entbindung an. Deine Kliniktasche kannst du vorsichtshalber schon packen. In der 35. Schwangerschaftswoche beginnt der Mutterschutz und du kannst dir noch etwas Ruhe gönnen.